Chronische Erschöpfung – Symptome und Auslöser

Chronische Erschöpfung – Symptome und Auslöser

Chronische Erschöpfung – Symptome und Auslöser : In den letzten 20 bis 30 Jahren treten zunehmend Krankheitszustände auf, die mit starker Schwäche, schneller Erschöpfbarkeit, deutlich verlängerter Erholungszeit nach Anstrengungen und verschiedenen weiteren Symptomen einhergehen. Die Patienten sind arbeitsunfähig und in ihren privaten Aktivitäten stark eingeschränkt. Welche Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Ein Beitrag des Deutschen Naturheilbundes.

Im Jahre 2003 legte eine kanadische Arbeitsgruppe für die als chronic fatigue syndrome/myalgic encephalomyelitis (CFS/ME) bezeichnete Erkrankung anamnestische und diagnostische Kriterien fest, welche später zu „Internationalen Konsenskriterien“ erweitert wurden.

Selbsttest von Fatigatio

Unter den Suchwörtern „Konsenskriterien cfs fatigatio“ findet man auf www.fatigatio.de einen Test zum Ausdrucken, der von betroffenen Patienten ausgefüllt und selber ausgewertet werden kann. Die Auswertung weist darauf hin, ob die Erschöpfung als Symptom der ME mit entzündlichen Vorgängen im ZNS (Zentralnervensystem) oder als Begleiterkrankung anderer Krankheiten eingeordnet werden kann. Zur Diagnose-Findung gehören eine umfassende Anamnese, die körperliche Untersuchung, Labor-Untersuchungen und bildgebende Verfahren wie das MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) oder PET (Positronen-Emissions-Tomographie).

Symptome

Das vorherrschende Symptom ist die starke Erschöpfung und Intoleranz gegen jede Belastung, sowie verlängerte Erholungszeiten. Weitere mögliche Symptome sind Beeinträchtigung des Denkvermögens, Kopf- oder Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen, dauerhafte grippeähnliche Symptome, Darm- und Verdauungsstörungen und Herzrhythmusstörungen. Bei den Patienten besteht der unwiderstehliche Drang, sich hinzulegen und Ruhe zu bekommen. Dies ist bedingt, weil die Energieproduktion in den Mitochondrien eingeschränkt ist.

Auslöser von Erschöpfungskrankheiten

Umweltbedingte Ereignisse gehen meistens voraus. Sie beeinträchtigen das Nerven-, Immun- und Hormonsystem. In der Vorgeschichte finden sich traumatische psychische Erlebnisse, Infektionen mit Borrelien und Pfeiffersches Drüsenfieber, Aspergillus (Schwarzschimmel) in der Wohnumgebung, Pestizide und Herbizide bei Landwirten, Winzern, Anwohnern und Verbrauchern oder Toner-Staub durch Laser-Drucker. Zu Erschöpfungszuständen können auch medizinische Maßnahmen und Medikamente führen wie Impfungen, Bluttransfusionen, Narkotika, Schwermetalle wie Quecksilber aus Amalgam, wurzelbehandelte Zähne, Anti-Baby-Pille und Spiralen zur Schwangerschaftsverhütung.

Weitere mögliche Auslöser sind psychische Belastungen, Kriegserlebnisse, Verlust durch Tod geliebter Angehöriger, Abtreibungen, wiederholte Fehlgeburten, Unfälle mit Polytrauma, Schädel- und Rückenmarksverletzungen oder HWS-Schleudertrauma.

Labordiagnostik

Mit Hilfe des Labors wird auf eine infektiöse Verursachung getestet. Man sucht Antikörper gegen Borrelien, Chlamydien und verschiedene Viren wie EBV und HHV6.

Der Test auf proinflammatorische Zytokine zeigt, ob eine aggressive Aktivierung des Immunsystems, die sich gegen das Nervensystem u. a. Organe richtet, besteht.

ATP-Tests zeigen, wie weit die Kraftwerke der Zellen, die Mitochondrien, noch in der Lage sind, den Zell-Kraftstoff ATP zu bilden.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, eine „intestinale Biotom-Untersuchung“ zu machen. Dabei werden nicht nur Fehlbesiedelung des Darms mit pathogenen Mikroorganismen, verminderte Verdauungsleistung, verminderte Aufnahme von Nähr- und Mikronährstoffen und entzündliche Tendenzen der Darmschleimhaut, sondern auch die sog. „Bio-Diversität“ der Bakterienflora des Darms bestimmt. Ein gesunder Darm hat eine möglichst breite Verteilung der Bakterien mit möglichst vielen verschiedenen Arten „guter Bakterien“. Das ist die Diversität.

Eine ausführliche Übersicht weiterer geeigneter Diagnostikmethoden finden Sie in der Langfassung, siehe Anlage.

Behandlung

Bei CFS brauchen die Patienten häufig eine sechs- bis zwölfmonatige Arbeitspause, in der sie mit viel Ruhe, reichlich Schlaf, ausschließlich gesunder Ernährung und bestimmten Vitalstoff-Präparaten behandelt werden. Belastende Substanzen, unverträgliche Nahrungsmittel und Elektro-Smog müssen vermieden werden. Patienten mit ME erfahren oft nur Linderung, eine Frühberentung ist die Regel. Die Behandlung ist ähnlich und wird dadurch verstärkt, dass bestimmte Vitalstoffe in Infusionsform gegeben werden. Werden andere Erkrankungen, die mit Erschöpfung einhergehen, diagnostiziert, müssen diese behandelt werden, damit sich die Erschöpfung zurückbildet.

Autor: Manfred van Treek

Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Palliativmedizin, Akupunktur, Suchtmedizin.

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