Vorsicht Zecken - Borreliose-Erkrankungen gestiegen
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Vorsicht Zecken – Borreliose-Erkrankungen gestiegen

Vorsicht Zecken – Borreliose-Erkrankungen gestiegen

Vorsicht Zecken – Borreliose-Erkrankungen gestiegen : In Sachsen-Anhalt hat sich die Zahl der Borreliose-Erkrankungen, die durch Zeckenbisse übertragen wird, stark erhöht. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Donnerstag-Ausgabe). Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres gab es 152 Infektionen, wie aus Statistiken des Landesamtes für Verbraucherschutz hervorgeht. Im Jahr zuvor wurden in dem gleichen Zeitraum nur 124 Fälle registriert. Auch bundesweit ist die Zahl der Infektionen gestiegen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gab es in den ersten sechs Monaten 1 334 Fälle, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum nur 1 115. „Die Zahl der Infizierungen ist aber regional sehr unterschiedlich“, sagt Peggy Wießner, Sprecherin des Landesamtes, der MZ. Besonders betroffen seien zwei Landkreise. Im Salzlandkreis und in der Börde traten mit insgesamt 95 Infektionen fast zwei Drittel aller Fälle auf. Zum Vergleich: Im Burgenlandkreis wurde bisher nur eine Infektion registriert. Für die großen regionalen Unterschiede führen die Experten vor allem zwei Gründe an. Zum einen gebe es in einigen Landkreisen bessere Lebensräume für die Zecken, sagt Wießner. Am wohlsten fühlen sich die Tiere an Waldrändern, in Gärten und Parks oder an Bächen. Zum anderen meldeten Ärzte nicht jede Infektion. „In unseren Statistiken werden aber nur Fälle aufgelistet, die im Labor bestätigt worden sind“, sagte sie. „Tatsächlich muss deshalb von einer viel höheren Infektionszahl ausgegangen werden.“

Wenn in diesen Tagen in Baden-Württemberg und Bayern die Sommerferien beginnen, sind die Menschen dort auch am besten gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geschützt. Mit 93 abgegebenen Impfdosen pro 1.000 gesetzlich Krankenversicherte liegt Baden-Württemberg knapp vor Bayern (91), während Thüringen mit 78 Impfdosen schon mit etwas Abstand den dritten Platz besetzt. In den beiden südlichsten Ländern wurden doppelt so viele Impfdosen abgegeben wie im Bundesdurchschnitt (45 pro 1.000 Versicherte). Die wenigsten Impfdosen pro 1.000 Versicherte wurden in Bremen (12), Schleswig-Holstein (14) und Hamburg (15) abgegeben. Das hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) berechnet. Im Jahr 2017 wurden demnach bundesweit 3,4 Mio. FSME-Impfdosen im Wert von 122 Mio. Euro von den Krankenkassen für ihre Versicherten in den Apotheken eingekauft.

„Die Risikogebiete liegen in Süddeutschland, und deshalb werden dort auch mehr Menschen gegen FSME geimpft“, sagt Mathias Arnold, Apotheker aus Halle/Saale und Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: „Für die einheimische Bevölkerung ist das wichtig, weil der Erreger durch Zeckenbisse übertragen wird und eben im Süden besonders weit verbreitet ist.“ Arnold weiter: „Allerdings sollte nicht nur jeder Franke, Badener oder Thüringer wissen, welche Impfungen er braucht. Auch Mecklenburger oder Westfalen, die im Süden querfeldein wandern oder radeln wollen, sollten sich vorab über FSME-Risikogebiete informieren. Die Stammapotheke zuhause kann dazu wertvolle Tipps geben. Viele Apotheken bieten eine pharmazeutische Reiseberatung an.“ Auch und gerade bei Reisen in FSME-Risikogebiete im Ausland, wie z.B. nach Skandinavien oder ins Baltikum, sei eine reisemedizinische Beratung sinnvoll, so Arnold.

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten ihren Versicherten grundsätzlich diejenigen Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden. Die STIKO empfiehlt eine Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten gegenüber Zecken exponiert sind. Für Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind, wie zum Beispiel Forstarbeiter oder in der Landwirtschaft arbeitende Personen, wäre der Arbeitgeber in der Erstattungspflicht. Auch für die Zeckenexposition in FSME-Risikogebieten außerhalb Deutschlands wird eine Impfung empfohlen. Viele Krankenkassen bieten Reiseimpfungen als so genannte Satzungsleistungen an.

Weitere Informationen unter www.abda.de und www.dapi.de

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