G7 müssen globale Impfgerechtigkeit schaffen
Bild: © Copyrights : Save the Children

G7 müssen globale Impfgerechtigkeit schaffen

G7 müssen globale Impfgerechtigkeit schaffen

Weniger als jede tausendste Person in ärmeren Ländern geimpft

G7 müssen globale Impfgerechtigkeit schaffen : Berlin (ots) Gemeinsamer Aufruf der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen und Save the Children anlässlich des G7-Gipfels vom 11. bis 13. Juni.

Im Vorfeld des G7-Gipfels vom 11. bis 13. Juni unter dem Vorsitz Großbritanniens fordern die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen und Save the Children die G7-Staaten dazu auf, sich stärker für globale Impfgerechtigkeit einzusetzen.

Kurz vor dem Gipfel ist in Deutschland fast jede vierte Person vollständig geimpft. “Dies ist ein großer Erfolg. Aber gerade jetzt dürfen die G7-Staaten nicht die Menschen in ärmeren Ländern vergessen”, sagen die NGOs. Reiche Länder haben sich etwa drei Milliarden Impfdosen mehr gesichert, als sie benötigen. Dem stehen Länder mit niedrigem Einkommen gegenüber, in denen weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung geimpft sind – weniger als einer von tausend Menschen. In Ländern mit mittlerem Einkommen liegen die Zahlen zwar etwas höher – aber auch hier sind Großteile der Risikogruppen und des Gesundheitspersonals noch nicht geimpft.

“Alle Länder sollten ihre Bevölkerung durch Impfungen vor Covid-19 schützen können. Nur so können weitere Lockdowns vermieden und die Pandemie beendet werden. Weltweit können viele Kinder weiterhin nicht zur Schule gehen. Sie verpassen lebenswichtige Routineimmunisierungen und ihre Familien laufen Gefahr, in extremer Armut zu landen. Schätzungen der Weltbank zufolge leben durch die Pandemie 150 Millionen mehr Menschen in extremer Armut. Für diese Rückschritte sind die Industrieländer durch das Horten von Milliarden von Impfdosen mitverantwortlich”, betonen die NGOs. Die ungleiche Verteilung der Impfstoffe gefährdet aber auch die erfolgreiche Pandemiebekämpfung in den G7-Staaten selbst. Denn nicht zuletzt die Ausbreitung von Mutationen zeigt, dass die Pandemie entweder weltweit besiegt wird oder gar nicht.

Um die Pandemie überall zu beenden, müssten reiche Staaten laut Schätzungen internationaler Expert*innen bis Anfang September mindestens eine Milliarde Impfdosen abgeben. Laut den NGOs ist es spätestens jetzt für die G7-Staaten Zeit, mehr Impfdosen bereitzustellen. Die Ankündigung der Bundesregierung, bis Ende des Jahres 30 Millionen Impfdosen an ärmere Länder abzugeben, sei ein Anfang, reiche aber bei weitem nicht aus. Diese Dosen müssten schnellstmöglich über die globale Impfstoffplattform Covax weitergegeben und gleichzeitig deutlich erhöht werden. Laut einer aktuellen Umfrage von Save the Children unterstützt die Mehrheit der Befragten in Deutschland (57 Prozent) die Abgabe von Impfdosen an ärmere Länder durch die G7-Staaten.

Zusätzlich müssten die G7-Staaten weitere Beiträge zur Finanzierung des ACT-Accelerators in 2021 und 2022 leisten, um einen weltweit gerechten Zugang zu Medikamenten, Tests und zur Stärkung von Gesundheitssystemen zu garantieren. Wesentlich ist es laut den NGOs aber auch, globale Produktionskapazitäten zur Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten aufzubauen. Denn “derzeit werden nur ein Prozent aller auf dem afrikanischen Kontinent verabreichten Impfstoffe in Afrika produziert”, so die NGOs. “Dieses Problem muss nicht nur im Hinblick auf Covid-19, sondern auch langfristig angegangen werden.” Weitere Schritte für ein schnelleres Ende der Pandemie seien die zeitweilige Aufhebung von Patentrechten für Covid-19-Vakzine, die Aufhebung von Exportbeschränkungen für Covid-19 relevante Produkte, ein umfassender Technologietransfer sowie die Förderung des offenen Austauschs von epidemiologischen und Forschungsdaten.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Mehr unter www.dsw.org

Global Citizen ist eine globale Bewegung engagierter Menschen, die gemeinsam ihre Stimmen nutzen, um extreme Armut bis 2030 zu beenden. Global Citizen bietet hierzu Informationen rund um Kernthemen wie Ernährungssicherheit, Gleichberechtigung, Bildung, Umweltschutz und globale Gesundheit – und die Möglichkeit, sich gemeinsam für die Themen einzusetzen, die einem am Herzen liegen. Auf diesen Wegen mobilisiert Global Citizen eine große Community von Global Citizens, die zusammen Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft zum Handeln auffordert und finanzielle und politische Zusagen für die Global Goals der Vereinten Nationen einfordert. Darüber hinaus unterstützt Global Citizen die Global Goals mit einzigartigen Event- und Aktionsformaten, wie den Global Citizen Festivals, für die Tickets nicht erwerblich sind, sondern durch politisches und soziales Engagement verdient werden. Seit Global Citizen im Jahr 2009 mit der Kampagnenarbeit begann, sind Global Citizens mehr als 28 Millionen Mal aktiv geworden. Diese Aktionen haben in Verbindung mit unserer politischen Arbeit dazu geführt, dass Mittel in Höhe von 35,4 Mrd. US-Dollar an unsere Partner*innen ausgezahlt wurden, die bis heute das Leben von über einer Milliarde Menschen verbessert haben. Mehr Informationen auf www.globalcitizen.org und auf Twitter/Facebook unter @GlblCtznDe.

Save the Children wurde 1919 gegründet und ist heute als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 110 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren. Mehr unter www.savethechildren.de

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